Augen auf beim Kauf von Olivenöl

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Olivenöl ist von hohem gesundheitlichen  Wert, wenn die Qualität stimmt. Liebhaber von Olivenöl sind oftmals nicht sicher, ob sie einwandfreies Öl von biologischer Qualität erstanden haben.

Wer sich darüber besonders ausführlich informieren will, sollte MERUM, die Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien, lesen. Die Ausgabe enthält alles Wissenswerte über Anbau und Pflege der Olivenhaine, Ernte, Pressung und Abfüllung des kostbaren Öls, nennt aber auch ausgeklügelte Fälschungen und Fälscher, Lug und Betrug.

Der Chefredakteur Andreas März lebt gefährlich, denn er betreibt unbeeinflusste Verbraucheraufklärung. Der italienische Ölmulti Carapelli fühlte sich dadurch angegriffen und verklagte Andreas März wegen Rufschädigung.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Aspekte über Olivenöl aus o. g. MERUM-Ausgabe vor:

Etwa drei Millionen Tonnen Olivenöl werden zur Zeit weltweit erzeugt. Tendenz steigend. Rund 80 Prozent des  Öls stammt aus der EU. Fast die Hälfte  dieses Geschäfts wird über Italien ab gewickelt. Nur ein verschwindend geringer Teil ist von wertvoller Qualität.  Die meisten Olivenöle gehören der Kategorie »Lampant« (Lampenöl) an,  müssen lt. Gesetz industriell gereinigt  (raffiniert) werden, kommen dann  aber als einfaches »Olivenöl« in den  Handel. Trotzdem werden sie auf illegalem Weg »verbessert« und als »Extra Vergine« dem Verbraucher angeboten. Ein fragwürdiges Milliardengeschäft. Hier zwei Beispiele von vielen: Im Februar 2005 konnten die Carabinieri der NAS-Antifälschungsgruppe eine in mehreren Regionen Italiens tätige kriminelle Vereinigung auffliegen lassen und beschlagnahmten 100 000 Liter falsches Olivenöl im Wert von sechs Millionen Euro.

Diese Bande, die vermutlich die Produkte in Norditalien und Deutschland verkauft hatte, wird beschuldigt, Sojaund Rapsöl mit industriellem Chlorophyll und Beta-Carotin gefärbt und als Extra Vergine-Olivenöl in Kanister und Flaschen abgefüllt zu haben, geschmückt mit der italienischen Flagge oder Abbildungen des Vesuvs und mit erfundenen Produzentennamen.

Die Beamten der Betrugsbekämpfungsstelle konfiszierten  im Juni 2007 1700 Tonnen des Landwirtschaftsministeriums  in Olivenöl. Apulien Obwohl das Öl aus Spanien, Griechen land und Tunesien stammte, wurde es  als italienisches Olivenöl ausgegeben.

Perfekte Extra Vergine-Olivenöle  existieren nur als Ausnahmeerschei nung, obwohl die EU-Verordnung von  2002 dem Verbraucher Klarheit brin gen sollte. Mit dem Inkrafttreten der  EU-Verordnung 796 sind die meisten  der verbreiteten Extra Vergine-Marken ungesetzlich geworden. Laut EU muss ein Extra Vergine-Öl ausreichend Schärfe, Bitterkeit und Fruchtnoten besitzen. Aber selbst Öle mit Markennamen wie Bancetto, Bertolli, BioWertkost, Cantinelle, Carapelli, Carli, La Capannina, La Villa, Luccese, Minerva, Monini, Oro del Golfo, Rubino, Sasso, Villa La Badia etc. weisen oft nicht nur geringfügige, sondern schwerwiegende Fehlaromen auf.

In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift Stern, dem ZDF und dem deutschen Slow-Food-Magazin ließ die Zeitschrift MERUM so bezeichnete Extra Vergine aus dem deutschen Lebensmittelhandel testen. Waren die Testurteile der Panels (Verkoster) des Laboratoriums der Handelskammer Florenz vergleichsweise mild – immerhin für vier der 31 getesteten Billigöle wurde der Titel Extra Vergine einstimmig bestätigt –, war die Untersuchung des offiziellen Panel der toskanischen Umweltbehörde ARPAT eindeutig: Nur für ein einziges der 31 getesteten Öle ließen die Tester Extra Vergine gelten, bei neun Ölen lautete das Verdikt »Vergine/Nativ«, 21 so benannte »Extra Vergine« klassifizierten die Experten gar als »Lampantöle« (ARPAT: Agenzia Regionale per la prozezione ambientale della Toscana).

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