Superfoods – Lebensmittel mit Superkräften

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Haben die Acaj-Beere, der Granatapfel oder Kakao durch ihre Inhaltsstoffe das Potential vor Erkrankungen wie Krebs und Herzinfarkt zu schützen? Können sie unser Leben verlängern oder uns langsamer altern lassen?

Was sind Superfoods?

Das Wort „Superfoods“ hat längst seinen Weg aus Amerika zu uns auf die Titelseiten zahlreicher Selbsthilfebücher und Lifestyle-Magazine gefunden. Es gilt als Sammelbegriff für Lebensmittel, die besonders reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind. Eine wissenschaftliche oder lebensmittelrechtliche Definition des Begriffes „Superfood“ gibt es allerdings nicht. Aus diesem Grund ist es verboten ein Lebensmittel als Superfood zu deklarieren und zu bewerben.

Zeigt her eure Superkräfte

Das gesundheitsfördernde Potenzial der als Superfoods bezeichneten Lebensmittel liegt in dem hohen Gehalt an Antioxidantien (Vitamin A, C, E, Beta-Carotin, Flavoniode und Selen). In Studien wurden Antioxidantien häufig mit einem schützenden Effekt vor den zellschädigenden Auswirkungen freier Radikale im Körper in Verbindung gebracht. Diese Studien wurden jedoch meistens nur an menschlichen Zellkulturen oder an Tieren durchgeführt und das mit sehr hoch dosierten Extrakten mit Konzentrationen, die so in den Lebensmitteln nicht gefunden werden.
Zudem ist nicht geklärt, inwieweit der menschliche Organismus die Inhaltsstoffe aufnehmen und verwenden kann. Man müsste täglich 28 Knoblauchzehen essen, um einen blutdrucksenkenden Effekt zu erreichen (National Health Service, 2013).  Außerdem müsste man sie täglich essen um einen bleibenden Effekt zu erzielen.

Der VSB meint: Für die meisten Superfoods kann keine außergewöhnliche positive Wirkung auf die Gesundheit wissenschaftlich nachgewiesen werden. Als Samen, Früchte oder Gemüse besitzen sie, wie ihre „gewöhnlichen“ Kollegen, zahlreiche gesunde Inhaltsstoffe, jedoch haben sie keine Superkräfte.

Internationale vs. heimische Superfoods

Goji Beeren, Chia Samen, Maca Wurzeln, Matcha Tee oder Moringa Blätter sind typische Vertreter exotischer Superfoods, die aus Asien, Afrika oder Südamerika stammen und hier zu Lande teuer angeboten werden. Für den Anbau, die Verarbeitung und den Transport dieser Lebensmittel sind sehr viele Ressourcen notwendig. Die Wasser- und Kohlendioxidbilanzen fallen denkbar schlecht aus.

Um gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel zu finden muss man nicht in die Ferne schweifen. Unsere heimischen Gärten und Äcker stecken voller gesunder, super Lebensmittel. Diese können hier nachhaltiger und ressourcenschonender angebaut werden. Auch behalten sie durch die wegfallenden oder kurzen Transportwege den Großteil ihrer Vitamine und Mineralstoffe.

Blueberry on wooden table background. Ripe and juicy fresh picked blueberries closeup. Berries closeup

Heidelbeeren, Rote Beete, Grünkohl, Walnüsse, Zwiebelgewächse, Kürbiskerne oder Wildkräuter zählen zu einer langen Liste an heimischen Lebensmitteln, die als Teil einer ausgewogenen Ernährung einen Beitrag zu unserer Gesundheit leisten können.

Keine Alternative zu gesunder und ausgewogener Ernährung

Superfoods werden häufig als eine Art Nahrungsergänzungsmittel missverstanden. Ein nährstoffreiches Lebensmittel am Tag kann jedoch keine ungesunde Ernährung kompensieren. Gesundheitsfördernde oder krankheitsvorbeugende Effekte erlangen wir lediglich, wenn unsere gesamte Ernährungs- und Lebensweise darauf ausgerichtet ist, nicht aber durch den Verzehr eines einzelnen Lebensmittels.

Unsere tägliche Lebensmittelauswahl sollte zum Großteil aus Gemüse, Obst, Getreideprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen bestehen. Ist dies gegeben, kann man getrost auf überteuerte Superfoods aus den Supermarktregalen verzichten. Die besseren Alternativen bekommt man kostengünstig aus dem eigenen Garten oder auf dem Bauernmarkt.

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